Coronavirus-Update:


Alle Skigebiete in Vorarlberg wurden am 15. März behördlich geschlossen.

Beherbungsbetriebe wurden ebenfalls auf Basis des Epidemiegesetzes behördlich geschlossen.

Ebenso sind Gastronomiebetriebe, Spielplätze und alle anderen Infrastrukturbetriebe geschlossen, welche nicht der Grundversorgung dienen.

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„Wenns üs gfallt, wird’s am Gascht scho oh gfalla“

Die Gargellner Fenster und das (Dorf-) Leben

Gargellner Fenster – Ausblicke in die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eines kleinen Bergdorfes in der Grenzregion zur Schweiz. Aber auch tiefe Einblicke in die Dorfgemeinschaft und in die Herausforderungen des modernen Tourismus. Abgeleitet sind die Gargellner Fenster von den Geologischen Gesteinsfenstern in Gargellen, welche Einblicke in die spannende Geologie der gesamten Region zeigen und die rund 300 Millionen Jahre alte Entwicklung der Alpen spiegelt.

Gargellen lässt sich aus dem Rätoromanischen ableiten und heißt so viel wie Strudelbach. Das kleine Bergdorf beheimatet ca. 100 Einwohner und ich bin Einer davon. In Gargellen aufzuwachsen war einfach nur wunderschön. Im Sommer den ganzen Tag im Wald und im Winter mit den Ski zur Schule und über die Piste wieder zurück bis zur Haustüre. Ein wenig später wird man dann als Gargellner obligatorisch in alle Vereine aufgenommen. Bergrettung, Feuerwehr, Tourismusverein und Skiclub schon als Baby. Spätestens da stellt sich dann heraus, ob man wirklich an Höhenangst leidet oder nicht. 

Alle Gargellner kennen jeden Baum und jeden Stein beim Namen und fast überall gibt es eine Geschichte dazu. Viele erzählen von Kindheitserinnerungen, Naturerlebnissen, Festen die gefeiert wurden bis in die frühen Morgenstunden und von der einen oder anderen Jugendsünde. Leider erzählen aber auch viele Geschichten von Naturkatastrophen, Lawinenunglücken, Tod und Trauer. Alle diese Geschichten prägen das Dorfgedächtnis und den Zusammenhalt im Ort und werden teilweise durch die Gargellner Fenster erzählt.

Die Gargellner Fenster dienen aber nicht nur als touristisches Produkt und als Kommunikationsmedium, noch viel mehr war es für uns der Anlass den Zusammenhalt und die Dorfgemeinschaft wieder aufleben zu lassen und dadurch zu stärken, um so wieder mehr Lebensqualität im Ort zu schaffen. Gargellen ist zu klein für das Spannungsfeld zwischen „Touristen“ und „Einheimischen“ und so lautet unser Motto: „Wenns üs gfallt, wird’s am Gascht scho oh gfalla“. Lebens- und Erlebnisqualität gehen bei uns sozusagen Hand in Hand.

In diesem Sinne haben wir festgestellt, dass wir zuerst einmal aufräumen müssen und uns selbst wieder einen neuen Haarschnitt verpassen. Das Sprichwort „Den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen“ haben wir beim Wort genommen und sind im Frühling 2018 mit rund 80 freiwilligen Helfern mit Motorsägen und jeder Menge Energie im Gepäck in den Wald gezogen und haben 5 Tage Gargellen ausgeholzt und aufgeräumt. Dies wurde dann im Herbst noch einmal für 3 Tage wiederholt. Viele Bäume mussten weichen, aber dafür kamen wir uns wieder ein ganzes Stück näher.

Auch den Gargellner Fenster Rundwanderweg haben wir im Zuge einer Gemeinschaftsaktion errichtet. Hier wurden in 3 Tagen um die 1,2 Tonnen auf den Berg geschleppt und insgesamt 1.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet. Jeder hat sich auf dem Weg verewigt und man kann auch sehen, dass jeder Abschnitt einen anderen Charakter bekommen hat. 

Über dieses Projekt haben wir in Gargellen unsere Perspektive geändert und auch ich habe ein Fenster zu mir entdeckt und es würde mich freuen, wenn Du uns in Gargellen besuchen kommst. Vielleicht findest auch Du Dich wieder in den Gargellner Fenstern. 

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