Von Auszeichnungen und nicht erfüllten Missionen

Die übertragene Mission schien machbar. Meine Reise in die Bundeshauptstadt bewies mir allerdings das Gegenteil. Doch von vorne: Seit einigen Jahren gibt es bei uns die Montafoner Theaterwanderung. Die geführte Tour in Gargellen setzt sich im Grenzgebiet zur Schweiz bei schauspielerischen und tänzerischen Streiflichtern der Theatergruppe teatro caprile mit ergreifenden Fluchtschicksalen während der NS-Zeit auseinander. Dass es diese Wanderung gibt, hat sich sogar bis nach Wien herumgesprochen und so kam es, dass wir für unser Engagement im Zusammenhang mit der Montafoner Theaterwanderung mit dem Kunstsponsoringpreis „Maecenas 2018“ ausgezeichnet wurden.

„Als Tourismusorganisation ein solches Projekt zu unterstützen, ist nicht selbstverständlich. Sich in dieser intensiven Form mit der Geschichte auseinanderzusetzen, kostet Mut. Dank der professionellen Aufarbeitung gemeinsam mit den Montafoner Museen und der künstlerischen Leitung des teatro caprile ist dies auf eine sehr außergewöhnliche Weise möglich geworden“, hieß es in der Jurybegründung. 

Weil ich die Montafoner Theaterwanderung seit dem ersten Tag unterstütze und begleite, hat mich unser Geschäftsführer Manuel gebeten, zur Preisverleihung nach Wien zu reisen. Sein Auftrag lautete: Die Urkunde entgegennehmen und mit nach Hause bringen. So weit, so gut. 

Nach meiner Anreise mit dem Zug und einem kurzen Abstecher ins Hotel ging es für mich schon weiter zur Preisverleihung ins Hotel Imperial. Gemeinsam mit Katharina und Andreas vom teatro caprile genoss ich einen wunderbaren Abend durch den die bekannte ORF-Moderatorin Barbara Rett führte. Bereits kurz nach der Begrüßung durfte ich auf die Bühne. Nach ein paar Fragen zur Montafoner Theaterwanderung war es dann so weit: Ich durfte die Urkunde entgegennehmen.

Mit dem großen Kuvert unter dem Arm ging es zurück ins Hotel und am nächsten Morgen in Richtung Hauptbahnhof. Ich war früh genug dran und hab mein Gepäck, die Jause für die bevorstehende Zugfahrt und das Kuvert kurz abgestellt. Nur einen kurzen Augenblick drehte ich mich weg und schon war es passiert: Das Kuvert mit der Urkunde war weg. Und mein Proviant auch. 

Ein erfolgloser Besuch am Lost- & Found-Schalter brachte die traurige Gewissheit: Ich habe die mir übertragene Mission nicht erfüllt. Zum Glück hat mir Brigitte Kössner-Skoff von den „Initiativen Wirtschaft für Kunst“ eine neue Urkunde ausgestellt und per Post zugeschickt. Und so wurde die Mission, wenn auch über Umwege, schlussendlich doch noch erfüllt und ich konnte meinem Chef mit einem Schmunzeln auf den Lippen das begehrte Papier überreichen.

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