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12. Station: Mittelalterliche Bergbauzone Worms (Bergknappenweg)

Bergbau am Bartholomäberg – Halden, Stollenmündlöcher und Pingen

Bergbau in den Gewannen Worms und Knappagruaba: Halden, Stollenmundlöcher und Pingen

 

Zur Geschichte des Bergbaus im Montafon

Der mittelalterliche Bergbau hat im Montafon zwischen St. Anton und St. Gallenkirch zahlreiche Spuren in Form von Halden und Stollenmundlöchern im Gelände sowie zahlreiche historische Quellen hinterlassen. Mittelalterlicher Bergbau ist erstmals um das Jahr 843 im Churrätischen Reichsurbar in karolingischer Zeit durch die Nennung von neun Eisenschmelzöfen im Drusengau, den Walgau und den Raum Bludenz, überliefert. Das Urbar lässt weder eine Lokalisierung der Erzlagerstätten noch der Standorte der Schmelzöfen zu, in denen das in dieser Zeit wich-tige Eisenerz abgebaut und geschmolzen wurde. Die Blütezeit des Bergbaus im Montafon liegt im Hoch- und im Spätmittelalter, ab dem 16. Jahrhundert ist ein deut-licher Rückgang zu verzeichnen. Der Frage, inwieweit auch in der Bronze- und Eisenzeit Erze abgebaut wurden, sind die Archäologen derzeit auf der Spur. Erste deutliche Hinweise auf einen keltischen Bergbau auf Eisenerz aus dem 3./2. Jahr-hundert v. Chr. liegen vor (Stand 2016).

 

Bergbau in den Gewannen Knappagruaba und Worms

In den Bergbaurevieren in den Gewannen Knappagruaba und Worms in Bartholomäberg und auf dem Kristbergsattel in Silbertal, finden sich umfangreiche und heute gut sichtbare Bergbauspuren. Es sind Stollenmundlöcher und kleinere und größere Halden mit Taubgestein und Pingen (senkrechte Schächte mit kreisrund angeschütteten Halden) wie auf dem Kristbergsattel im Silbertal und im Goritschang am Bartholomäberg. Gemeinsam ist dem Bergbau, dass sein Alter bisher unbekannt war und nur in wenigen Fällen mit historisch überlieferten Bergbauaktivitäten wie auf dem Kristberg (wie das Bergwerk Lobinger) in Zusammenhang gebracht werden können. Der Stollen des Besucherbergwerks wurde auf 140 m Länge freigelegt, das Alter des Stollens ist bis heute ebenso unbekannt.

 

Ein einzigartiges Bodendenkmal

Diese einmalige Bergbaulandschaft am Bartholomäberg wurde im Jahr 2012 nach Zustimmung von 40 Eigentümern als herausragendes Kulturdenkmal in das Denkmalbuch der Republik Österreich eingetragen. Damit genießt die Bergbauzone am Bartholomäberg als alpenweit bedeutendes Kulturdenkmal dauerhaften Schutz für nachfolgende Generationen, denn sie ist einerseits eine unschätzbare Quelle zur frühen Bergbau- und Wirtschaftsgeschichte, andererseits ein wertvoller Bestandteil der Kulturlandschaft des Montafon.

 

Historische, archäologische und naturwissenschaftliche Daten:

  • 843/44: Erste urkundliche Erwähnung des Bergbaus im Raum Bludenz und im Walgau im Churrätischen Reichsurbar. Nennung von 9 Eisenschmelzöfen.
  • 11./12. Jahrhundert n. Chr.: Montanarchäologie, Pingenfeld auf dem Kristbergsattel im Sil-bertal und im Goritschang in Bartholomäberg. Nach C14-Datierungen bislang ältester Berg-bau im Montafon.
  • 1303/04 bis 1313/14 n. Chr.: Archäologischer Aufschluss 2006 in Baugrube beim Panora-magasthof Kristberg. Abfälle der Bergleute zwischen Bergbauhalden, dendrochronologisch datierte Hölzer, Lederabfälle, Keramik, ein Zinnblechanhänger.
  • 1319: Friedrich der Schöne beurkundet Graf Albrecht I. von Werdenberg die Rechte über die Silbergrube oder den Berg „Muntafune“.
  • 13./14. Jahrhundert n. Chr.: Archäologischer Aufschluss 2007 in Baugrube am Roferweg in Bartholomäberg, Nassaufbereitung von Erz in Lehmwanne, darüber jüngere Haldenschüttung mit dendrochronologisch datierten Hölzern aus den Jahren 1522/23. Daneben erste Berg-schmiede aus dem Montafon aus dem späten Mittelalter.