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3. Station: Bodaweg

Bodaweg: ein Siedlungsplatz der Bronzezeit

Seit dem Beginn der archäologischen Forschungen auf dem Bartholomäberg im Jahr 2000 wurden immer wieder umfangreiche Begehungen und Prospektionen durchgeführt, die schließlich zur Entdeckung mehrerer bronze- und eisenzeitlicher Siedlungsplätze führten. Pollenanalytische Untersuchungen haben am Bartholomäberg ergeben, dass sowohl am Beginn als auch während der Mittelbronzezeit eine intensive Besiedlung des Gebietes erfolgt sein muss. Auf den Verebnungen der Platta, einer großen nach Süden orientierten, natürlichen Bergterrasse, wurden seit der Bronzezeit an verschiedenen Stellen bronzezeitliche Siedlungen errichtet: am Bodaweg, auf Dünglers Ebni an der Buxwaldstraße und die befestigte Höhensiedlung im Friaga Wald. Sie bilden auf der Bergterrasse der Platta eine kleine Siedlungskammer am Bartholomäberg.

Die Überreste der bronzezeitlichen Siedlung südlich des Bodawegs wurden im Jahr 2003 durch systematische Geländeprospektionen entdeckt und liegt auf ca. 980 m ü. NN.

 

Archäologische Ausgrabungen

Die Ergebnisse der archäologische Ausgrabungen haben wichtige Daten und Informationen zur bronzezeitlichen Besiedlung zwischen dem 18./17. und dem 14./13. Jh. v. Chr. ergeben. Der überwiegende Teil der Siedlungsreste hat sich in einer 37 m x 27 m flachen Mulde zwischen zwei Felsformationen im Norden und Süden erhalten. Archäologische Siedlungsbefunde wurden aber auch außerhalb dieser Mulde östlich der Felsformation freigelegt. Die Ausgrabungen haben ergeben, dass die Siedlung zwei bronzezeitliche Siedlungsphasen aufweist, die durch eine 30 cm mächtige, abgeschwemmte Erdschicht – im Fachausdruck Kolluvium – getrennt sind. Darin spiegeln sich Umweltveränderungen und Erdabtragungen vom Hang wider, die durch den Menschen hervorgerufen wurden. Über dem anstehenden Boden (Endmoränenlehm) wurden die Reste einer Kulturschicht mit dazugehörigen Siedlungsbefunden bzw. -gruben freigelegt, die anhand von Radiokarbondatierungen an Holzkohlen in die späte Frühbronzezeit datiert werden konnte (18./17. Jh. v. Chr.). Diese frühbronzezeitliche Kulturschicht zeigte sich nur partiell in zwei Bereichen der Grabungsfläche. Die durch das 30 cm mächtige Kolluvium dokumentierten Umweltveränderungen und Erdabtragungen oberhalb der frühbronzezeitlichen Kulturschicht sowie die jüngeren Besiedlungsspuren haben die älteren Spuren überprägt und teilweise abgetragen. Überreste einer weiteren, jüngeren Siedlungsphase wurden in das Kolluvium eingetieft und konnten anhand von Keramikfunden und Radiokarbondatierungen in die jüngere Mittelbronzezeit (14./13. Jh. v. Chr.) datiert werden. Durch die Ausgrabungen wurden innerhalb der jüngeren Kulturschicht zahlreiche Steinsetzungen und Fundamentsteine ehemaliger Holzbauten sowie Siedlungs- und Pfostengruben freigelegt. Unter den Siedlungsgruben der jüngeren Mittelbronzezeit befanden sich mehrere unterschiedlich große, mit Brandschutt angefüllte Gruben.

 

Ein Rätsel alpiner Siedlungen: eigenartige Brandgruben

Das Besondere an der jüngeren Siedlung sind 20 unterschiedlich große Gruben, die in das Kolluvium eingebettet und mit Brandschutt – Holzkohle, Asche, verbrannte Erde, faust- bis kopfgroße und meist verbrannte Steine – aufgefüllt waren. Bei den Steinen handelt es sich nach Heiner Bertle überwiegend um Gneise. Da die Grubenwände keine Brandrötung aufwiesen, muss der Brennvorgang selbst außerhalb der Gruben erfolgt sein. Anschließend wurde der Brandschutt in die Gruben eingefüllt. In welchem Zusammenhang die Gruben und ihre Verfüllung einst standen, ist nicht abschließend geklärt. Eine Funktion bei metallurgischen Prozessen, wie etwa dem Erhitzen von Erzen, kann aufgrund entsprechender Untersuchungen ausgeschlossen werden. Getreidekörner und Nahrungspflanzen sowie in den Gruben gefundene Mahl- und Reibsteine geben Hinweise auf eine Funktion der Gruben im Rahmen der Nahrungsverarbeitung. Entsprechende Anhaltspunkte zur Interpretation der Grubenverfüllungen ergaben Untersuchungen an archäobotanischen Großresten (Samen- und Pflanzenreste) und Holzkohleanalysen. Diese Ergebnisse erlauben eine Interpretation der unter großer Hitzeeinwirkung zersprungenen Steine als Hitzesteine, die zur Trocknung von Früchten und Getreide dienten.