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Blick auf Vallüla und Zamangspitze

Von hier aus kann man einerseits einen Blick auf die „Flammspitze“ Vallüla werfen, andererseits – wenn man sich ein wenig gegen Osten wendet – sieht man den „Hexenberg“ Zamangspitze. Im Folgenden stehen beide Berge für sehr unterschiedliche menschliche Betrachtungsweisen der Gebirgswelt.

1) Vallüla
Franz Josef Battlogg, ein Alpinist der ersten Stunde, der die Vallüla 14mal bestiegen hat und auch die erste bekannte Besteigung des Jahres 1866 durchführte, sagt Folgendes über die Vallüla:

„Das ganze innere Montafon mit den Vorarlberg´schen Landen des Walgau bis an den Rhein liegt in offenem Plane da, ebenso Paznaun und weiterhin das Stanzer- und Innthal, aus welch ersterem das weißübertünchte Ischgl aus seinem Waldesdunkel heraufschimmert, so daß man über ein Dutzend Kirchtürme zählen kann. Wenn, wie nicht bemerkt zu werden braucht, die Fernsicht auf den Vallüla lange nicht jene Ausdehnung hat wie z. B. auf dem Fluchthorn, so hat sie dafür jenen Wechsel der Stimmungen und das Wohltuende verschiedener Färbungen und Schattirungen, daß sie vielleicht weit und breit ihresgleichen vergeblich sucht.“
Was die Zamangspitze betrifft, so galt diese in früheren Tagen als verrufener Ort, an dem die Hexen tanzten. Folgende Sage erzählt davon:


2) Die Windsbraut auf der Zamangalpe
Es heuete einmal ein Montafoner in der Nähe der Alpe Zamang. Auf Zamang ist ein Hexenplatz, der im ganzen Tal verrufen ist. Er ist rund und bewachsen mit schwarzem Moos und Hexen haben dort oft lustig getanzt. Besonders waren es Hexen aus dem Elsaß, die dahergefahren kamen, um auf der gefeiten Statt zu tanzen. Als der Mann am Heuen war, kam die Windsbraut und wirbelte ihm das dürre Heu weg. Der Heuer, erbost, warf seinen Stilett in den Hexenwind, und der legte sich auch wirklich. Im nächsten Herbst ging der Montafoner ins Elsaß auf den Krautschnitt, und dort kam er einmal in ein Haus, da sah er im Tischwinkel seinen Stilett stecken. Er fragte, wie denn dieser Stilett ins Elsaß und gerade in diesen Tischwinkel gekommen sei. Da gab der Hauseigentümer zur Antwort, der Stilett sei im vorigen Sommer im Montafon seiner Tochter ins Knie geworfen worden.


3) Frühere Betrachtungsweisen der Bergwelt
Die Beschreibung der Vallüla des Herrn Battlogg und die Sage über die Windsbraut spiegeln zwei verschiedene Betrachtungsweisen der Bergwelt wider. Der erste Bericht weist auf Begeisterung und Bewunderung für die Bergwelt hin. Der Alpinismus hatte zu Battloggs Zeit bereits eingesetzt, und die Berge stellen nicht mehr nur ödes und gefährliches Niemandsland dar, sondern forderten die Abenteuerlust und den Wagemut bestimmter Menschen heraus. Dabei geht es um den Selbstzweck von Bergbesteigungen, denn die Natur wird um ihrer selbst willen aufgesucht. Die Sage über die Zamangalpe wiederum zeigt uns eine ganz andere Perspektive: die Bergwelt ist hier einerseits die Lebenswelt des Bauern, der die Berge aufgrund seiner Tätigkeit auf der Alpe kennt. Andererseits ist sie ein heimtückischer Ort voller Gefahren, an dem trotzdem gearbeitet werden muss. Es bleibt hier also kein Platz für ästhetische Betrachtungen. Wetterphänomene und andere Naturerscheinungen, für die es keine plausible Erklärung gab, wurden deshalb oft als Teufelswerk, dämonisches Treiben oder eben als Hexentanz beschrieben.
Der folgende Dialog zeigt kurz auf, welch ungewöhnliche, ja unter Umständen gar grauenhafte Vorstellung es  für den normalen Bürger jener Zeit gewesen sein mag, sich auf einen Berggipfel zu wagen geschweige denn, dieses Unterfangen in der Nacht durchzuführen!

Franz Josef Battlogg beschreibt in diesem Dialog, wie ein Student mit seinem Götti (1) in den Bergen unterwegs ist.  Dort wird er von diesem vor vollendete Tatsachen gestellt:

Stud.:     Aber Herr Götti, biegen wir nicht ab, um auf die Vallüla Alp zu kommen? Die Zeit rückt     und den holperigen Weg bei der Nacht zu machen, gehört nicht zu den Erquickungen.
G.:    Nein mein Gutester, wir gehen auf die Spitze.
Stud.:    Wie, was – auf die Spitze? Aber davon Hr. Götti haben sie mir noch gar nichts gesagt.
G.:    Das hat nichts zu bedeuten, diese Partie gehört zu meinen schon lang gehegten     Lieblingsplänen.
Stud.:    Es überfällt uns aber die Nacht und die Spitze ist kritisch, wie was?
G.:    Die Nacht – das ist es eben was ich wollte, mein Gutester.
Stud.:    Allerdings schwingt heute der Vollmond sein Horn und die Nacht scheint heiter werden zu     wollen.
G.:    Das Mondlicht ist trügerisch und läßt gerade die heiklen Stellen im Schatten.
Stud.:    Sie wagen es also nicht  beim Mondlicht den Abstieg zu unternehmen?
G.:    Keineswegs.
Stud.:    Daraus bin ich zu schließen gezwungen, dass wir die Nacht unter einer Felsenkuppe     zubringen sollen.
G.:    Allerdings – und gerade auf der Spitze –
Stud.:    Und bis am Morgen auf der Spitze?
G.:    Entschieden.
Stud.:    Schrecklicher Gedanke! (Sein Gesicht entfärbt sich etwas.)
G.:    Gerade das ist an der Sache das interessanteste.
Stud.:    Aber Hr. Götti, wir haben ja keine Kleider bei uns, weder Plaid, noch Mantel, noch     Pelzmütze, noch Handschuhe – wie wird uns gehen?
G.:    Auch keinen Wein, aber etwas weniges Holz ist oben.
Stud.:    Und wenn uns ein Sturm, ein Gewitter überfällt und uns samt dem Feuer über die Pyramide     hinausjagt?
G.:    Wir müssen, mein Gutester, das Bessere hoffen.
Stud.:    Und wenn wir schließlich erfrieren, wie was?
G.:    Vorher springen wir um die Pyramide herum und schlagen und stampfen mit Händen und Füßen, um uns zu erwärmen.
Stud.:     Das soll mir eine Nacht geben!

1 Götti = Taufpate, der Ausdruck kann aber auch als Beschützer, Mäzen oder Sponsor verstanden werden.