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Futschölpass

Futschölpass

Das Vieh treibt man über den Vermuntpass, die Toten transportiert man über den Futschölpass. So archaisch einfach und so unterschiedlich erscheinen die Nutzungsarten der beiden benachbarten Pässe. Das Vieh treibt man demnach von Guarda im Unterengadin durch die Val Tuoi und über den Vermuntpass zur Sömmerung auf die nordseitigen Alpen der Silvretta. Die Toten dagegen transportiert man vom Norden her, von Galtür, durch das Jamtal über den 2757 Meter hohen Futschölpass nach Ardez, um sie hier zu bestatten.

Wie kommt ein solcher Unterschied zustande? Vor Jahrtausenden ziehen Jäger und Hirten durch die Seitentäler des Unterengadins nach Norden. Die Sommerweiden im heutigen, mehrheitlich vorarlbergischen Vermunt bleiben bis in die Neuzeit und trotz der Trennung durch den Hauptkamm der Silvretta in einem wirtschaftlichen Kontext mit dem Unterengadin: Das Vieh treibt man im Herbst somit wieder zurück in die Heimat. Weiter östlich aber bleiben die Unterengadiner bald das ganze Jahr über. Sie legen im Paznaun mitunter ein Sumpfgebiet trocken; der Ortsname «Galtür» weist noch auf die entsprechende Kultivierung zurück, auf das lateinisch-romanische «Cultura». Kirchlich bleibt Galtür aber vorerst noch zu Ardez gehörig: Und darum muss man, bis das Dorf 1359 eine Kirche mit Friedhof erhält, die Toten auch acht Stunden lang über den Futschölpass tragen. Im Winter soll man die Toten aber auch schon mal, etwas sachlich ausgedrückt, «zwischengelagert» haben. Rätoromanische Siedler zogen also über den Futschölpass nach Norden und brachten ihre Toten auf demselben Weg zurück in die alte Heimat. Der Pass hatte allerdings auch sonst existenzielle Bedeutung: Ab dem 16. Jahrhundert verschlechtere sich das Klima, die Kleine Eiszeit begann und der benachbarte Vermuntpass im Westen wurde zusehends schwerer passierbar. Nun sollte der noch eisfreie Futschölpass den Leuten und dem Vieh von Guarda als neuer Weg dienen. Allerdings ließen sich das die Galtürer bald nicht mehr gefallen: Als im Herbst 1599 das Engadiner Alpvolk mit 400 Rindern über den Futschöl ziehen wollte, drängten die Galtürer Alpleute die Engadiner zurück. Diesen blieb nichts anderes übrig, als den gefährlichen Weg über den vergletscherten Vermuntpass zu nehmen. Sie sollen, um über Gletscherspalten zu gelangen, sogar die Dachbalken ihrer Alphütten mitgenommen haben...

Somit zeigt der Futschölpass nicht nur einen frühen Weg vom Unterengadin nach Norden auf, nicht nur einen Weg der Toten, sondern steht symbolisch auch für die Ablösung der nördlichen Silvretta von der alten Unterengadiner Heimat.