Montafoner Resonanzen - Barock

Vom 3. - 6. August 2017

Programm Barock

Datum Uhrzeit Ort Veranstaltung
Do. 03.08.2017

19:45 Uhr Werkseinführung
20:15 Uhr Konzertbeginn

Pfarrkirche Tschagguns "Art of residence"
Eröffnungskonzert "Maurice Steger and Friends"
*Maurice Steger (Blockflöte)
Hille Perl (Viola da Gamba)
Olga Watts (Cembalo)
Fr. 04.08.2017 19:45 Uhr Werkseinführung
20:15 Uhr Konzertbeginn
Pfarrkirche Bartholomäberg Barock-Konzert
**Souvenirs
Maurice Steger (Blockflöte)
Olga Watts (Cembalo)
Sa. 05.08.2017 19:45 Uhr Werkseinführung
20:15 Uhr Konzertbeginn
Alte Pfarrkirche Vandans

Barock-Konzert
***The Dorian Consort

So. 06.08.2017 11:00 Uhr Kloster Gauenstein Schruns Matinée Gitarren Recital
****Frank Bungarten
Im Anschluss lädt das Hotel Vitalquelle Montafon, Schruns zum “bewusstmontafon”-Brunch mit regionalen Spezialitäten 29,00 €.
Reservierung bei Hotel Vitalquelle Montafon

*Maurice Steger

Maurice Steger Maurice Steger Hille Perl Hille Perl

Als Tino Flautino begeistert er Kinder für die Klassische Musik. Als „Paganini der Blockflöte“ erntet er in den Konzertsälen weltweit enthusiastischen Beifall. Als „Artist in Residence“ eröffnet er die Montafoner Resonanzen 2017 mit einem exquisiten Programm, das die deutsche Musik als Quintessenz aus französischem und italienischem Stil beschreibt. Das beste Beispiel dafür ist der Hamburger Musikdirektor Georg Philipp Telemann. Bereits als Gymnasiast sei er gereist, um diese „Schreibarten“ kennen zu lernen, bekannte er und verschmolz sie zu einer neuen, eigenständigen Sprache.

Seine Fantasie für Flöte beginnt mit dem spielerischen Ausprobieren und Aufwärmen des Instruments in Art einer Toccata, die in ein französisches Menuett mündet. Seine beiden Triosonaten benützen die italienischen Muster der Sonata da camera (F-Dur) und der Sonata da chiesa (B-Dur) für sprühende Einfälle. Johann Adolph Hasse, sächsischer Hofkapellmeister und höchstbezahlter Opernkomponist seiner Zeit, lernte sein Handwerk direkt in Italien. Die Gambenstücke von Forqueray und Marais repräsentieren das erhaben-freizügige Element der französischen Barockmusik. Beide dienten in der „chambre du roy“ als Gambisten am Pariser Hof. Dort musizierten Telemann und Forqueray auch miteinander.

 

**Souvenirs d’Italie - Maurice Steger

Olga Watts Olga Watts Maurice Steger Maurice Steger

Mehr „straff als gnad“ empfand Aloys Thomas Raimund Graf Harrach, dass er 1728 mit fast sechzig Jahren vom Kaiser als Vizekönig nach Neapel gesandt wurde. Er hatte für die Habsburger schon einige heikle diplomatische Missionen erfüllt und tat dies auch in Neapel mit „strengster Genauigkeit“. Erholung vom hohen Arbeitspensum und der klimatischen Unverträglichkeit, die seine Gesundheit belastete, fand er bei Kunst und Musik. Als Graf Harrach 1735 auf den Familiensitz Rohrau in Niederösterreich zurückkehrte, waren die Koffer voll mit prachtvollen Gemälden und aufregend neuen Musikstücken. Die Bilder hängen nach wie vor in der Familiengalerie auf Schloss Rohrau. Die Noten wanderten auf den Dachboden.

Maurice Steger hat in den vergangenen drei Jahren den Staub von den Manuskripten geblasen und jede Menge packende Musik für „flauto dolce“, die Blockflöte, entdeckt – kein Wunder, spielte der Graf wahrscheinlich selber dieses sanfte Instrument mit den ungeahnt virtuosen Möglichkeiten. Bereits am Eröffnungsabend präsentierte Maurice Steger Schmankerl aus den Souvenirs des Grafen Harrach. Der „Artist in Residence“ geht der Sache auf den Grund und stellt bei den Montafoner Resonanzen 2017 unerhörte Musik vor – aus erster Hand!

***The Dorian Consort

The Dorian Consort The Dorian Consort

Auf modernem Instrumentarium stellt das Dorian Consort die barocke Musiksprache der klassischen gegenüber. Das Ensemble um die Schweizer Flötistin Eva Amsler zeigt exemplarisch die Unterschiede der Epochen, verdeutlicht aber auch, wie Mozart auf seinen Vorgängern aufbaut. So beginnen die Werke Mozart mit der Vorstellung einer abgeschlossenen Idee als Thema. Die barocken Themen entspinnen sich fortlaufend aus kurzen Motiven und entwickeln sich beständig weiter. Andererseits lehnt sich Mozarts Flötenquartett an Vivaldis Typ der Kammerkonzerte an.
Solche „Concerti da Camera“ hat Vivaldi 1729 als Konzerte für die neumodische Querflöte umgearbeitet und als Op. 10 veröffentlicht. „La Notte“ schildert erregende und bedrängende Traumgesichter und den erlösenden Schlaf. In „Il Cardellino“ imitiert die Flöte den zwitschernden Stieglitz. Mozart skizzierte sein Divertimento KV 138 auf der Heimreise aus Italien 1771 – ein Stück zur heiteren Unterhaltung, von der Struktur zugleich als Sinfonie als auch als Streichquartett angelegt. In Bachs 5. Brandenburgischem Konzert dominiert im ersten Allegro höchst virtuos das Cembalo, während Flöte und Violine im Affetuoso zu einer intimen Triosonate im Concerto Grosso hinzutreten.

****Frank Bungarten

Frank Bungarten Frank Bungarten

Der deutsche Gitarrist Frank Bungarten nutzt den intimen Rahmen im Schrunser Kapuzinerkloster Gauenstein für ein stilistisch vielfältiges Rezital. Er schlägt einen weiten Bogen von der gefühlsbetonten Musik des elisabethanischen Zeitalters bis zu leidenschaftlichen Gitarrenklängen des vorigen Jahrhunderts. Mit den Lautenfantasien von John Dowland schlägt er erst dunkel verhangene Saiten an. Die Epoche der „Virgin Queen“ Elisabeth I. stand im Zeichen der Melancholie. Dowland – der „musician for the lutes“ am englischen Hof – gestaltete diese Ästhetik mit emotionaler Spannweite. Chromatik und Dissonanzen setzte er in den Fantasien höchst expressiv zur Ausdruckssteigerung ein.
Auch Bachs Suite c-Moll BWV 997 existiert in Lautentabulaturen seiner Schüler. Bungarten spielt sie auf dem Nachbau einer raren 10-saitigen Bogengitarre des Wieners Friedrich Schenk von 1847, die von Schubert als „Arpeggione“ bezeichnet wurde. Federico Moreno Torroba und Joaquin Rodrigo haben im 20. Jahrhundert den Klang der klassischen Gitarre in Spanien geprägt – ohne selbst Gitarre zu spielen. Ihre Musik ist eine farbenreiche Liebeserklärung an ihre Heimat, voller Raffinesse und Ausdruckskraft.

     
Montafoner Resonanzen
3. August - 9. September 2017
2° C
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