Beim ersten KI-Stammtisch im Montafon kamen 45 Teilnehmende aus unterschiedlichen touristischen Betrieben zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Künstliche Intelligenz im Alltag unterstützen kann und welche Rolle persönliche Gastfreundschaft dabei weiterhin spielt.
Neue Werkzeuge, offene Fragen
Wie verändert Künstliche Intelligenz den touristischen Alltag im Montafon?
Mit dieser Frage beschäftigte sich der erste KI-Stammtisch im Hotel Löwen in Schruns. 45 Teilnehmende aus unterschiedlichen Bereichen des Tourismus folgten der Einladung des PIZ Montafon, Zukunftslabor der Montafon Tourismus GmbH. Von der Privatzimmervermietung über Sportshops und Bergbahnen bis hin zu größeren Hotelbetrieben kamen Menschen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und darüber zu sprechen, wo Künstliche Intelligenz bereits unterstützen kann und welche Fragen daraus entstehen.
Der Vormittag war bewusst kein Workshop mit fertigen Antworten. Im Mittelpunkt standen die Erfahrungen der Teilnehmenden und der offene Austausch darüber, was KI für den eigenen Arbeitsalltag bedeuten kann.
Zwischen Entlastung und persönlicher Begegnung
Ein Thema begleitete viele Gespräche: Wie kann Künstliche Intelligenz unterstützen, ohne das Persönliche in der Gastfreundschaft zu verlieren? Die Persönlichkeit der Gastgebenden gehört zu den prägenden Werten des Montafon. Das direkte Gespräch, die Begegnung mit Gästen und die individuelle Betreuung machen einen wesentlichen Teil der touristischen Erfahrung aus. Künstliche Intelligenz soll diese persönliche Gastfreundschaft nicht ersetzen. Sie kann dort unterstützen, wo wiederkehrende Aufgaben und Verwaltung Zeit kosten und dadurch Freiraum für andere Aufgaben schaffen.
„Eure Persönlichkeit als Gastgeber ersetzt KI nicht. Genau das ist und bleibt die DNA des Montafon.“ Chris Hartmann, Projektleiter des PIZ Montafon, formulierte damit einen zentralen Gedanken des Abends.
Gleichzeitig wurde auch eine kritische Frage diskutiert: Wo bleibt Persönlichkeit ein echter Wert und wo kann sie unbewusst dazu führen, dass neue Entwicklungen nicht näher betrachtet werden? Die Montafon Tourismus GmbH sieht darin keinen Widerspruch, sondern eine Chance: Persönlichkeit und der Einsatz neuer Werkzeuge können sich gegenseitig stärken.
„Eure Persönlichkeit als Gastgeber ersetzt KI nicht. Genau das ist und bleibt die DNA des Montafon.“
Chris Hartmann - PIZ Montafon
Wo die Betriebe Unterstützung suchen
Im Austausch wurde deutlich, welche Themen die touristischen Betriebe im Alltag besonders beschäftigen. Die Gästekommunikation, Bürokratie und Marketingaufgaben wurden als Bereiche genannt, in denen viele Betriebe Entlastung suchen. Viele Teilnehmende wünschen sich mehr Zeit für die Weiterentwicklung ihres eigenen Betriebs, statt dauerhaft vom Tagesgeschäft bestimmt zu sein. Künstliche Intelligenz wird dabei als mögliches Werkzeug gesehen, das bestimmte Aufgaben erleichtern kann. Welche Aufgaben sinnvoll unterstützt werden können und wie KI im eigenen Betrieb eingesetzt wird, bleibt dabei eine individuelle Frage jedes Unternehmens.
Ein gemeinsamer Rahmen für den Umgang mit KI
Beim KI-Stammtisch gab die Montafon Tourismus GmbH auch Einblick in die eigene Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz. Im PIZ Montafon, Zukunftslabor der Montafon Tourismus GmbH, entsteht aktuell der „Strategische Kompass KI“.
Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Masterplan, der für viele Jahre unverändert bleibt. Die Geschwindigkeit der Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz macht es notwendig, regelmäßig zu überprüfen, welche Ansätze weiterhin sinnvoll sind. Der Strategische Kompass KI soll deshalb als lebendiger Orientierungsrahmen dienen, der weiterentwickelt und angepasst werden kann. Eine zentrale Grundlage dafür ist eine gemeinsame Wissens- und Dateninfrastruktur. Sie soll dazu beitragen, relevante Informationen sicher verfügbar zu machen und langfristig besser nutzbar zu machen. Dabei spielen Fragen rund um Datenschutz, Sicherheit und Verantwortung eine wesentliche Rolle.
Technologie allein reicht nicht
Ein weiterer Punkt aus der Diskussion war die Frage, welche Rolle eine Destination Management Organisation beim Thema KI übernehmen kann. Die Montafon Tourismus GmbH kann eine gemeinsame Wissens- und Dateninfrastruktur schaffen und Rahmenbedingungen entwickeln. Wie einzelne Betriebe diese Möglichkeiten nutzen, welche Fragen sie an KI stellen und wie die Ergebnisse bewertet werden, liegt bei den Menschen, die mit diesen Werkzeugen arbeiten.
Der Umgang mit Künstlicher Intelligenz wird damit zu einer Fähigkeit, die für viele Anwenderinnen und Anwender im touristischen Alltag zunehmend relevant wird. Die Gastgeberakademie der Montafon Tourismus GmbH bietet bereits heute Schulungen zum Umgang mit KI an. Während im Hintergrund an strategischen Grundlagen gearbeitet wird, können Betriebe gleichzeitig lernen, wie sie die neuen Möglichkeiten für ihren eigenen Alltag einordnen können.
Die Frage nach der gewonnenen Zeit
Zum Abschluss stellte Chris Hartmann den Teilnehmenden eine Frage, die noch über den Abend hinaus beschäftigen kann: „KI nimmt euch Aufgaben ab. Aber was tut ihr dann mit der gewonnenen Zeit?“ Denn Künstliche Intelligenz kann Aufgaben unterstützen und Prozesse erleichtern. Die Entscheidung, wie diese gewonnene Zeit genutzt wird, bleibt bei den Menschen.
Der Austausch geht weiter
Der erste KI-Stammtisch hat gezeigt, dass die Fragen aus den Betrieben genauso wichtig sind wie die Antworten. Genau deshalb wird das Format weitergeführt: als Raum für Austausch, Erfahrungen und die gemeinsame Auseinandersetzung mit einer Technologie, die sich laufend weiterentwickelt.
Der nächste KI-Stammtisch findet im November statt. Weitere Informationen folgen auf www.montafon.at/piz.
PIZ Montafon
Zukunftslabor
Zukunft gestalten, neue Perspektiven entwickeln: Das PIZ Montafon – Zukunftslabor der Montafon Tourismus GmbH – entwickelt innovative Lösungen und Projekte für die Weiterentwicklung des Tourismus im Montafon.
Every Thursday at 2 pm, a guided tour (subject to a fee) takes place
St Agatha’s Chapel on the Kristberg is the oldest place of worship in the Montafon. Legend has it that the chapel was built following a vow made by miners who had been buried alive. You can discover the whole fascinating story of the miners on the Kristberg during an exclusive guided tour of the miners’ chapel.
Group tours with an optional lunch or cake and coffee are also available. Enquiries can be made by @-mail or by phone: +43 5556 74119.