Marathon, der "Erste"

Montafon Arlberg Marathon 2019

Nach fünf Stunden und fünf Minuten das Silbertal zu erreichen und im Ziel von meiner Familie in Empfang genommen zu werden – dieses Glücksgefühl ist unbeschreiblich.

Da ich bislang immer sehr viel Sport betrieben habe, war es nur eine Frage der Zeit, eine solche Herausforderung anzunehmen. Ansporn war sicher in erster Linie, dass der Montafon Arlberg Marathon umgedreht wurde und die Strecke von St. Anton am Arlberg ins Silbertal geführt hatte. Da ich seit 2010 als Bürgermeister im OK-Team bin und diese Aufgabe und Veranstaltung mitbetreuen und organisieren darf, war dies immer eine Motivation, eines Tages diesen Lauf mitzulaufen bzw. den Trail zu absolvieren.

So begann eigentlich nach dem letztjährigen Marathon mein Ziel und meine Vorbereitung für den diesjährigen Lauf. Eigentlich wollte ich mit einem Trainingsplan ein ca. ein Jahr dauerndes Lauftraining absolvieren, da aufgrund der verschiedenen terminlichen Verpflichtungen und Veranstaltungen ein regelmäßiges Trainingspensum nicht machbar war. So wurden die Laufeinheiten einfach nach den zeitlichen Möglichkeiten abgehalten. Diese waren sehr unterschiedlich, ob in der Früh, am Abend, an den Wochenenden und im Winter, oft bei Dunkelheit bei uns im Silbertal auf der beleuchteten Dorfloipe.

Natürliche sind die ersten zwei bis drei Trainingsmonate nicht immer die einfachsten, da auch hier oft der innere Schweinehund überwunden werden musste – aber dies geht sicher vielen so! Doch das Ziel war ja den Marathon zu absolvieren und somit die Zielflagge im Silbertal zu sehen. Hier gilt natürlich an erster Stelle meiner Familie ein großer Dank, die mich hier sehr gut unterstützt hat und mir in dieser Zeit den Rücken für das Training freigehalten hat. 

Montafon Arlberg Marathon 2019 | © Montafon Tourismus GmbH Schruns, Stefan Kothner

Meine Anmeldung zum Marathon erfolgte in den letzten zehn Tagen. Leider war auch der letzte Monat vor dem Marathon nicht für eine optimale Vorbereitung zugeschnitten und ich hatte nur in der letzten Woche noch die Möglichkeit eine 10-Kilometer-Rund zu absolvieren – und das war´s. Nach der Rückkehr vom Österreichischen Gemeindetag in Graz am späten Freitagabend ging´s erst um ca. 23:30 Uhr ins Bett. Die Nacht war auch durch die Aufregung des ersten Laufes relativ kurz und nicht unbedingt von einer guten Erholung geprägt.

Marathon-Tag am 29. Juni 2019 – Weckruf um 05:00 Uhr. Es sind noch einige Vorbereitungen im Zielbereich zu erledigen und auch das Auto für den Gepäckstransport nach St. Anton am Arlberg musste noch überstellt werden. Hier habe ich noch einen Beifahrer mit dem Schweizer Hans bekommen, der das Zielgelände im Silbertal leider nicht auf Anhieb gefunden hatte und somit den Bustransfer versäumte. So unterhielten wir uns während der Fahrt über die verschiedensten Laufveranstaltungen und wie so ein Marathon für einen Neuling ablaufen könnte.

Montafon Arlberg Marathon 2019 | © Montafon Tourismus GmbH Schruns, Stefan Kothner

In St. Anton am Arlberg holten wir uns gleich die Startnummern. Das Drumherum in den Gassen, die positive Stimmung unter den Läufern, die immer gut gelaunten und motivierten Moderatoren Martin und Peter, das perfekte Laufwetter und das Ziel im Silbertal vor Augen ließ die Nervosität steigen. So ging´s nach dem Start gemütlich die ersten paar Kilometer bis zur Schluchtstrecke, wo ein schmaler Pfad die Teilnehmer etwas zur Vorsicht aufforderte und das Tempo sehr gemütlich war. Hier wurde auch noch viel geredet und gelacht. Bei der ersten Verpflegungsstation war sehr viel Betrieb und so wurde diese von mir ausgelassen, mit der Hoffnung bei der nächsten etwas zu bekommen. Was dann auch der Fall war. Die Temperatur war eigentlich perfekt, nicht zu warm und doch schön dem kühlen Bach entlang bis zu den nächsten Stationen. Es war für mich persönlich auch das erste Mal das Schönverwalltal zu durchlaufen und auch zu bewundern.

So absolvierte ich die ersten Kilometer bis zur Wasserfassung, wo es nun über die Landesgrenze von Tirol nach Vorarlberg über Stock und Stein ging, dem Langsee entlang bis zur Alpe Fresch, wo die nächste Verpflegungsstation mit vielen bekannten Gesichtern zu einer kleinen Pause einlud. Über dieses steinige Streckenstück, wo eine gute Koordination von Vorteil war, konnte ich auch einige Läufer überholen. Alle Helfer, Berg- und Rettungsleute waren motiviert, die Zuschauer, Wanderer und Biker entlang der Strecke peitschten und beklatschten die Läufer. Hiermit war ca. das erste Drittel der Strecke absolviert.

Durch eines der schönsten Natura-2000-Gebiete ging´s nun in Richtung Silbertal. Von der Alpe Fresch zum Schwarzen See weiter zur Alpe Gafluna ging´s stets bergab und bei diesen Abwärtspassagen wurde ich wieder von vielen Läufern überholt – da ich einige Passagen „nur“ gegangen und nicht gerannt war. So kamen wir zu Kilometer 28 – etwa zwei Drittel der Strecke waren absolviert – zur nächsten Verpflegungsstation beim Fellimännle, wo auch die Entscheidung getroffen werden musste, ob nun der Marathon oder doch die leichtere Strecke des Trails geradeaus ins Ziel im Silbertal absolviert wird. Da ich mich hier relativ gut und frisch gefühlt hatte, war diese Entscheidung relativ schnell gefallen – und so ging´s weiter in Richtung Wasserstubental zum Lobsteg, wo die nächste Verpflegungsstation auf uns wartete.

Auf diesem Teilstück wurde den Läufern alles abverlangt und den inneren Schweinehund habe ich mehrmals verflucht – viele Gedanken gingen hier durch den Kopf. Nach einer guten Stärkung bei der Verpflegungsstation mit vielen motivierenden Worten der Helfer und auch unter den Läufern ging´s nun zum Wildried, einem schönen Aussichtspunkt ins Silbertal bis zur Abzweigung nach dem Kneippbecken bei den „Sieben Brünnen“ über einen alten Wirtschaftsweg zur Stieralpe. Hier wurden wir, wie bei der vorigen Station mit einem Wasserregen, den allen Läufern wohl bekam, in Empfang genommen. Von hier absolvierten wir die letzten Bergabkilometer. Eine letzte frische Brise gönnte auch der „Teufelsbach“ den Marathonläufern und so wurden entlang des „Erlebnisweg Litzbach“ die letzten Kilometer absolviert. Letzte Abzweigung bei den Montafoner Sagenspielen, neben dem Sportplatz vorbei – Ziel bereits in Sichtweite – durchs Zentrum und dem Ziel entgegen. Nach 5 Stunden und 5 Minuten habe ich das Ziel im Silbertal erreicht und wurde von meiner Familie in Empfang genommen – das Glücksgefühl ist unbeschreiblich – Genugtuung – Freude, das gesteckte Ziel im Silbertal erreicht zu haben.

Eine super Veranstaltung, danke an alle Helfer und Vereine, danke den Blaulichtorganisationen, großes Dankeschön an alle Sponsoren. Ohne alle Genannten ist eine solche Veranstaltung nicht möglich und durchführbar, danke an alle Teilnehmer für ihre Teilnahme und Rücksicht auf die äußerlichen Einflüsse.

Es war mir eine Ehre, diesen Lauf zu absolvieren!
 

Montafon Arlberg Marathon 2019 | © Montafon Tourismus GmbH Schruns, Stefan Kothner
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