© Montafon Tourismus GmbH Schruns, Andreas Haller

Funkenfeuer im Montafon

24. bis 26. Februar 2023

Einer der ältesten Bräuche im Montafon ist das traditionelle Funkenabbrennen.

Am Funkensonntag, dem ersten Sonntag nach Fasnacht, wird normalerweise der kunstvoll aufgeschichtete, bis zu 30 Meter hohe Holzturm angezündet.

Mini-Funken für Daheim

Martin Mangeng aus Vandans hat sich gemeinsam mit einem iranischen Flüchtlingsehepaar etwas ganz Besonders überlegt: ein Mini-Funken. Richtig gehört! In sorgfältiger Handarbeit haben die drei bis zu 80 cm hohe Montafoner Funken in Miniaturformat angefertigt.

Der Funkensonntag ist im ganzen Montafon ein uralter Frühlingsbrauch aus vorchristlicher Zeit und voller Symbolik.

Einer der ältesten Bräuche des Tales ist das Funkenabbrennen. Am Funkensonntag, dem ersten Sonntag nach Fasnacht, wird der kunstvoll aufgeschichtete, bis zu 30 Meter hohe Holzturm angezündet. Mit dem Abbrennen der Funkenhexe und dem Fackelschwingen am Berg und im Tal werden die "Dämonen des Winters" vertrieben und das steigende Licht begrüßt. Ein letzter Rest alten Sonnenkultes.

Das Funkenabbrennen

Aufbau
Der Aufbau des Funkens erfordert viel Arbeit, durchschnittlich 700 bis 800 Arbeitsstunden. Die Funkenzünfte füllen den sorgsam aufgeschichteten Holzstoß mit Reisig, Stroh und alten Christbäumen. Auf dem Funken montieren die Arbeiter die Funkentanne, auf der die Funkenhexe thront. Die mit Schießpulver gefüllte Puppe soll mit einem lauten Knall den Winter austreiben.

Funkenwache
In der Nacht auf Sonntag passt eine Funkenwache auf, dass die Holzkonstruktion nicht frühzeitig von den Burschen aus den Nachbardörfern angezündet wird. Dieser althergebrachte Streich ist jedoch mehr als nur ein Kavaliersdelikt und heute sogar strafbar.

Abbrennen
Bei Einbruch der Dunkelheit wird der Funken schließlich unter den Augen der Dorfbevölkerung entzündet. Es gilt allgemein als schlechtes Vorzeichen, wenn der Funken umfällt, bevor die Hexe explodiert. In diesem Fall "beerdigt" die Funkenzunft die Hexe am darauffolgenden Sonntag in einer Zeremonie.



Die Funkenspezialität

Zum Funken gehören Funka-Küachli dazu, nicht umsonst wird der Tag auch Küachli-Sonntig genannt.

Erich Morscher | © Montafon Tourismus GmbH Schruns, Patrick Säly

"Damit die süßen Funka-Küachli perfekt gelingen, in der Pfanne immer wieder mit heißem Fett übergießen oder vorsichtig schwenken."

Rezept Funka-Küachli

Zutaten für acht Personen

  • 1.000 g Weizenmehl Type 700
  • 80 g Zucker
  • 2 TL Vanillezucker
  • 80 g Butter
  • 4 Eidotter
  • 50 g Hefe
  • 0,5 l Milch
  • 1 Prise Salz
  • 4 cl Rum
  • Saft und Schale einer Zitrone
Rezept zum Ausdrucken


Aufbau des Funkens

Montafoner Gedicht von Otto Borger

zum Funkensonntag und dem Küachle Essen

Funka Sonntig ischt,
gerals hockt am Tisch,
drof i großer Zahl,
Küachle vieler Zahl!
Alle grifan prächtig zu,
dr Täta, Mama und der Bua!
Zmol fochts lut a plära,
D´r Täta set: "Gingili was tuast,
Küachli sen gat gnuag!"
"T´s plära macht mi a,
wel i nömma ka!"

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