Montafoner Resonanzen

Im Gespräch mit Markus Felbermayer

Das Musikfestival Montafoner Resonanzen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil der regionalen Künstlerszene etabliert. Wie die Montafoner Resonanzen über die Jahre entstanden sind, welche Veränderungen damit einhergingen und was die Veranstaltungsreihe heute ausmacht, erzählt uns der Montafoner Markus Felbermayer, Kurator der Montafoner Resonanzen.

Wie sind die Montafoner Resonanzen entstanden?

Begonnen hat alles bereits im Jahr 1977. Damals rief Prof. Bernd-H. Becher die Veranstaltungsreihe mit dem Namen „Montafoner Sommerkonzerte“ ins Leben. Am Erfolg und der konstanten Weiterentwicklung der Veranstaltungsreihe wirkte auch der damalige Bartholomäberger Bürgermeister und Standesrepräsentant Erwin Vallaster wesentlich mit. Der musikalische Fokus lag bereits damals auf der Orgel, aber auch der Kammermusik galt von Anfang an große Aufmerksamkeit.

Im Jahr 2002 wurden die „Montafoner Sommerkonzerte“ dann vom Gemeindeverband Stand Montafon neu konzipiert. Daraus entstanden ist der „Montafoner Sommer“ unter der künstlerischen Leitung von Nikolaus Netzer. Unter wechselndem Motto rückte das Kulturfestival die Besonderheiten der Menschen und Orte im Montafon in den Fokus. Knapp zehn Jahre nach der Premierveranstaltung, also im Jahr 2014, wurde auf Initiative des Stand Montafon eine Arbeitsgruppe mit verschiedenen Kunst- und Kulturschaffenden gegründet, die sich an die Neuausrichtung der Veranstaltungsreihe machten – Die Montafoner Resonanzen wurden ins Leben gerufen und damit begann auch meine Arbeit als Kurator.

Welche Schwerpunkte wurden mit der Neuausrichtung thematisiert?

Ein Hauptaugenmerk wurde im Rahmen der Neuausrichtung auf eine noch breitere Genre-Vielfalt gelegt. Die Idee: Jedes Wochenende im Rahmen des Musikfestivals steht ganz im Zeichen einer bestimmten Musikrichtung. 

Um auch bereits im Namen einen klaren Bezug auf die unterschiedlichen Musikschwerpunkte zu liefern, gaben wir der Veranstaltungsreihe im Zuge der Neukonzipierung im Jahr 2017 den bis heute geltenden Namen Montafoner Resonanzen. Seit 2016 kuratiere ich die Montafoner Resonanzen. Bis heute übe ich die Funktion des organisatorischen Leiters mit viel Engagement und ebenso großer Leidenschaft aus. Seit dem Jahr 2014 wird die Organisation der Veranstaltungsreihe von Montafon Tourismus tatkräftig unterstützt.

Woran orientiert sich die Programmgestaltung in diesem Jahr?

In diesem Jahr hinterlässt kein geringerer als Ludwig van Beethoven (250*) seine Spuren im Programm. Insbesondere die Kammermusik wird stark vom Jahresregenten beeinflusst. Das Schwarzenberg Trio beispielsweise, widmet sich unter anderem dem ersten Werk, das von Beethoven überhaupt als würdig empfunden wurde, eine Opuszahl zu erhalten.  

Den Auftakt der Montafoner Resonanzen feiern wir in diesem Jahr am Freitagabend, 31. Juli 2020, mit dem Austrian Brass Consort. Am darauffolgenden Tag erhellt das Klarinetten Trio Schmuck die wunderschöne Barockkirche in Bartholomäberg mit klangvoller Musik.

Außerdem wird das diesjährige Programm erstmals durch einen Bläserteil ergänzt. Der bisher im Progamm integrierte Barock-Schwerpunkt wird zukünftig mit dem der Orgel kombiniert. Darüber hinaus bereichern die Musikrichtungen Kammermusik, Volksmusik, Cross-Over und Jazz das Musikfestival in diesem Jahr.

Montafoner Resonanzen | © Montafon Tourismus GmbH, Schruns - Patrick Säly

Wo finden die Konzerte statt?

Da unser Tal eine Fülle von besonderen, authentischen Veranstaltungsorten bietet, war von Anfang an klar: Die einzelnen Konzerte finden an den der Musik entsprechenden Orten statt. Und davon gibt es im Montafon wirklich viele. Über die Jahre hinweg haben sich einige Veranstaltungsorte bereits zu fixen Größen etabliert wie beispielsweise das Kloster Gauenstein in Schruns und die Tanzlaube in Gaschurn. Auch die wunderschönen Montafoner Kirchen bieten den optimalen Schauplatz für zahlreiche Schwerpunktkonzerte. Das Genre Volksmusik ist seit vergangenem Jahr, am Berg zu finden. Die unterschiedlichen Veranstaltungsplätze – in diesem Jahr am und rund um den Erlebnisberg Golm – können von den Konzertteilnehmer so im Laufe des Tages erwandert werden.

Hat es aufgrund der aktuellen Situation Änderungen gegeben?

Glücklicherweise mussten wir vor dem Hintergrund der Corona-Maßnahmen keine wesentlichen Änderungen in Kauf nehmen, da der Großteil der Veranstaltungen auch in diesem Jahr an der frischen Luft stattfinden. Die Indoor-Veranstaltungen wurden dahingehend geändert, dass es eine begrenzte Anzahl von zugewiesenen Sitzplätzen gibt. Daher sind die Konzertkarten in diesem Jahr ausschließlich über den Vorverkauf erhältlich. 

An dieser Stelle ist auch zu erwähnen, dass eine Umsetzung der Montafoner Resonanzen in diesem herausfordernden Jahr nur mithilfe unserer verlässlichen Partner und treuen Sponsoren möglich war. Ein herzlicher Dank gilt auch unseren Partner-Hotels, die uns eine wichtige Stütze sind.

Was macht die Montafoner Resonanzen für Dich so besonders?

Es ist das Zusammenspiel aus dem breiten Spektrum an verschiedenen Musikstilen sowie den der Musik entsprechend authentischen Veranstaltungsorte, was zum Erfolg der Veranstaltungsreihe jedes Jahr aufs Neue beiträgt. Dazu kommt, dass unabhängig vom Veranstaltungsort die Möglichkeit besteht, mit dem Künstler in persönlichen Kontakt zu treten. Die Zusammenführung von Zuschauern und Künstlern ist mir ein besonderes Anliegen und auch ein wichtiger Bestandteil des Konzepts der Montafoner Resonanzen.

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