Panoramatour Hohes Rad Rundweg in der Silvretta

WOW

– so lässt sich unsere Wanderung um das Hohe Rad in der Silvretta zusammenfassen. Die ganze Zeit sind wir von einer spektakulären Landschaft mit majestätischen Gipfeln umgeben. Mit jedem Schritt wird die Wanderung beeindruckender. Mit oder ohne Guide – die Tour um das Hohe Rad sollte bei einem Wanderurlaub im Montafon auf jeden Fall auf der Wunschliste stehen!

Sogar die Busfahrt zum Startpunkt ist ein Erlebnis

Aber lass uns am Anfang anfangen, denn der Tag beginnt schon mit einer tollen Busfahrt. In der Früh fahre ich zusammen mit Blogkollegin und Freundin Lisa mit dem Bus von Schruns weiter ins Montafoner Tal. Wir passieren die Mautstelle und fahren anschließend über die Silvretta-Hochalpenstraße hoch zum Silvrettasee. Ich kann nachvollziehen, warum man die Straße auch „Traumstraße der Alpen für Genießer“ nennt. Sie ist ein Erlebnis für sich: mit jeder Kurve wird der Bergblick schöner. Lockere 1.000 Höhenmeter überwindet der Bus auf der Strecke von Partenen zum Pass auf der Silvretta-Bielerhöhe.Sogar die Busfahrt zum Startpunkt ist ein Erlebnis

Silvrettasee | © Montafon Tourismus - Janna Kamphoff

Start der Wanderung am Silvrettasee

Am türkisblauen Silvrettasee hält der Bus. Der 1,31 km² große Stausee liegt auf einer Seehöhe von 2.030 m auf dem ehemaligen Ochsenboden, einer Senke der Silvretta. Am nördlichen Ufer treffen wir die Bergwanderführerin Catharina und die kleine Gruppe, mit der wir heute auf dem Hohes Rad Rundweg unterwegs sind. Catharina zeigt uns, wo es hingeht. Am südöstlichen Ufer thront das Hohe Rad hoch über die Seeoberfläche. „Wir wandern durch das Bieltal an der östlichen Seite hinauf zum Radsattel. Da machen wir eine längere Pause“ fängt sie an, „Danach geht es runter zur Wiesbadener Hütte und durch das Ochsental an der anderen Seite vom Berg wieder zurück zum See.“ Klingt nach einem guten Plan, also los geht’s!

Durch das Bieltal zum Radsattel wandern

Die ersten Kilometer durch das Bieltal sind entspannt und idyllisch. Wir folgendem dem Lauf des Bieltalbachs, der sich durch den grünen Talboden schlängelt. Manchmal wird der Bachlauf durch Felsen verengt und verändert der plätschernde Bach in einen rauschenden Wasserfall. Wir merken kaum, dass wir schon Höhenmeter machen. Aber das ändert sich bald, als wir den Abzweig zum Radsattel nehmen. Plötzlich geht es rasch bergauf. Am Radsee halten wir inne für eine kleine Verschnaufpause. „Gleich wird die Tour noch etwas alpiner“, erzählt Catharina, „Wir überqueren große Felsblöcke. Es gibt eine alte und neue Wegführung. Ich zeige euch vor Ort, wie ihr den Hang am besten quert.“ Die Kraxelei ist toll, aber ungefährlich - genau wie ich es mag. Und der Ausblick wird mit jedem Schritt schöner. Der buchstäbliche und bildliche Höhepunkt erreichen wir am Radsattel mit 2.654 Meter, dem höchsten Punkt der Wandertour.

Wanderpause Radsattel | © Montafon Tourismus - Janna Kamphoff

Rast am Radsattel mit grenzenlosem Bergpanorama

Kleiner Fun Fact: Ein altes Schild informiert uns darüber, dass wir uns am Radsattel auf der Grenze zwischen Tirol und Vorarlberg befinden. Wir setzen uns auf der Wiese in Vorarlberg und machen Pause. Ich kann mir an der Aussicht gar nicht sattsehen. Vor uns liegt das Ochsental und dahinter glänzt der Gletscher in voller Pracht. Hoch über den Schnee thront der höchste Berg Vorarlbergs: der Piz Buin. Zusammen mit einigen anderen Berggipfel wie das Silvretta Egghorn, das Signalhorn und das Silvrettahorn formt der Berg eine massive Wand. Wenn wir ganz genau hinschauen, sehen wir, wie eine Seilschaft langsam den Gletscher quert. Eines Tages komme ich zurück und laufe dort auch über den ewigen Schnee, träume ich. Ehrlich gesagt, hätte ich an diesem zauberhaften Ort wohl ewig verweilen können.

Die Wiesbadener Hütte lockt: Abstieg mit dem Piz Buin im Blick

Aber die Zeit fliegt und wir haben noch mehr als die Hälfte der Tour vor uns. Also steigen wir über die felsigen Pfade des Edmund-Lorenz-Wegs zur Wiesbadener Hütte ab. Wir wandern vorbei an einem kleinen, glasklaren See. Am Ufer wiegen Wollgräser wie flauschige Wattebäusche im Wind. Den Piz Buin haben wir während dem gesamten Abstieg im Blick. Als wir an der Hütte ankommen, wimmelt es von Bergwanderern. Trotzdem finden wir noch ein Plätzchen auf der sonnigen Terrasse, wo Lisa und ich uns einen leckeren Kaiserschmarren teilen. Herrlich! Kann diese Tour noch besser werden?

Wandern Silvretta | © Montafon Tourismus - Janna Kamphoff

Alpines Finale: Rückkehr zum Silvrettasee

Ja, das kann sie. Und zwar auf den letzten Kilometern zurück zum Silvrettasee. Nach der Pause bei der Berghütte gibt uns Wanderführerin Catharina zwei Möglichkeiten: zusammen mit ihr über den Fahrweg durch das Ochsental oder auf Eigenverantwortung den etwas alpineren Sommerweg zu wandern. Wir entscheiden uns für die letztere Variante. Der schmale, felsige Pfad führt einige Dutzende Meter über den Fahrweg am Hang entlang. Der Weg ist umsäumt von bunten Blümchen und ab und zu queren wir Bäche oder kleine Wasserfälle. Weit unten im Tal schlängelt der Fluss Ill wie eine silberne Schleife. Ganz entspannt wandern wir fast auf einer Höhe und genießen in vollen Zügen die tolle Aussicht.

Krönender Abschluss der Panoramatour Hohes Rad Rundweg

Was wir dann noch nicht wissen: Einer der besten Ausblicke erwartet uns fast zum Schluss. Am Ende des Tals liegt plötzlich der Silvrettasee vor uns. Das türkisblaue Wasser, die zackigen Lobspitzen die hoch über den See ragen und der Ill, der mit mehreren kleinen Wasserläufen in den See mündet… Bei dieser Aussicht können wir einfach nur noch eine Pause einlegen. Und danach ist es wirklich Zeit für die letzten Kilometer auf der Panoramatour um das Hohe Rad. Zunächst wandern wir noch ein Stück über einen schmalen Pfad, umsäumt von Heidebüschen, danach geht es direkt am Seeufer entlang zurück zur Bushaltestelle. Auf den Bus müssen wir nicht lange warten; der fährt alle halbe Stunden. Beide freuen wir uns, dass wir so sanft zurück in die Zivilisation fahren. In Stille genießen wir noch mal die grandiose Wanderung um das Hohe Rad.

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